Vom Mama-Sein und Ich-Bleiben

Ich bin Mutter von drei Kindern! Für manche Menschen sagt das schon alles über mich aus. Manche Menschen wissen somit genau womit ich mich den ganzen Tag beschäftige. Ich kümmere mich um meine Kinder, um das Haus und den Garten. Ich schreibe Essenspläne und Einkaufslisten und ich halte den Familienkalender im Blick. Meine Aufgabe ist es diese Familie gemeinsam mit meinem Mann zu managen. Das ist eine Mammutaufgabe! Als kinderlose Studentin hätte ich nie gedacht wie anstrengend das Familienleben ist. Wie viel es von mir abverlangen wird und vor allem wie sehr ich auf der Strecke bleibe.

Mutterschaft – Liebe und sehr viel Arbeit

Mama sein ist toll! Ich liebe es – meistens! Denn neben all der Freude, dem Kinderlachen, den Kuscheleinheiten und der Liebe ist es auch sehr viel Arbeit! Und damit meine ich nicht mal die Berge an Wäsche, die Krümel die überall liegen, die zahlreichen schlaflosen Nächte oder die herumliegenden Legosteine. Viel mehr geht es um das ständige präsent sein. Darum das ich rund um die Uhr gebraucht werde. Es beginnt mit dem Aufstehen und endet nie. Mutterschaft macht nie Pause! Natürlich kann ich mir Auszeiten nehmen, aber das muss ich organisieren und selbst dann kann ich nicht richtig abschalten. Gedanklich bin ich bei den Kindern! Ich kümmere mich, ich mache mir Sorgen, ich bin eine Mama!

Aktuell merke ich wie sehr mich das ermüdet, wie sehr ich mich mit so mancher Situation überfordert fühle und wie erschöpft ich bin! So schön alles ist, so idyllisch es auch aussehen mag – es ist harte Arbeit! Es ist anstrengend und bringt mich oft an meine Grenzen! Und manchmal da erwische ich mich dabei, dass ich mich über jedes “geschaffte” Jahr freue! Das es mir schwer fällt den Moment zu genießen und ich in die, hoffentlich entspanntere, Zukunft blicke. Dabei möchte ich so nicht denken, denn ich liebe meine Kinder und ich liebe es mit ihnen zusammen zu sein, aber mir geht die Luft aus. Die Selbstfürsorge bleibt auf der Strecke!

Ich vermisse mich

Es ist nicht schlimm das ich zu kurz komme. Ich bin zufrieden mit dem Familienleben! Ich liebe unsere Familienurlaube, die gemeinsamen Ausflüge, das Familienbett. Ich sehne mich gar nicht so sehr nach anderen sozialen Kontakten. Natürlich bleibt auch dafür viel zu wenig Zeit, aber damit kann ich umgehen. Was mir so richtig fehlt, dass was ich am meisten vermisse bin ICH! Ich vermisse mich! Ich kenne mich kaum noch! Ich kenne noch sehr gut das Mädchen, dass ich vor den Kindern war! Aber jetzt? Wer bin ich? Welche Interessen habe ich oder hab ich gar keine? Was macht mich aus? Ich weiß es nicht!

Ich fühle mich manchmal so leer. Als hätte ich mich den ganzen Tag mit nichts ernsthaft befasst, als hätte ich den ganzen Tag keinen einzigen klaren Gedanken gefasst. So als würde ich nur noch funktionieren. Dabei bin ich so viel mehr! Ich bin eine intelligente junge Frau, ich liebe Bücher auch wenn ich nicht lese! Ich gehe gern ins Theater, zumindest früher einmal. Ich interessiere mich für gesellschaftskritische Themen, auch wenn ich nur selten einen Artikel zu Ende lese. Ich kann nähen und das sogar richtig gut!

Ich bin so viel mehr und ich wünsche mir mehr Zeit um mich noch besser kennen zu lernen! Ich will mehr mit mir alleine sein und meine Gedanken bewusst wahrnehmen! Mutterschaft ist schön, aber sich selbst dabei verlieren nicht!

Eure,

Lila♥

1 Kommentare

  1. Hmm ich seh es andersrum. Geade im Zusammensein mit meinem Kind lerne ich mich richtig kennen. Was ist mir wichtig, wo stört mich was, was stört mich da genau, was macht mir Spaß.
    Durch mein Kind habe ich gelernt, mir diese Fragen zu stellen und sie helfen mir, mich jeden Tag besser kennen zu lernen.

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