#gutesaufdenteller – Was bleibt!

Leute, wir haben ein Problem! Und zwar ganz gewaltig! Wir können die Augen verschließen und Gründe suchen warum gerade wir nichts ändern können, aber dem Plastikteppich im Ozean wird das egal sein. Er wächst und wächst und irgendwann, und das wird gar nicht so lange dauern, wird uns diese Problematik einholen! Daher sind solche Projekte wie #gutesaufdenteller so wichtig! Wir müssen darauf aufmerksam machen! Und wir müssen uns fragen, warum wir unser Kaufverhalten nicht ändern. Ist es das fehlende Angebot? Ist es Bequemlichkeit? Oder vielleicht der finanzielle Mehraufwand?

#gutesaufdenteller – Projekt gescheitert?

Die Bloggeraktion #gutesaufdenteller ging letzte Woche zu Ende. Es ist somit Zeit zurück zu blicken. In der ersten Woche war ich im Supermarkt und das Ergebnis war, wie erwartet, schockierend. Plastikfrei einkaufen war dort in keinster Weise möglich. In der zweiten Woche habe ich versucht unverpackt einzukaufen. Da wir keinen Unverpacktladen in der Nähe haben musste ich auf Bio- und Hofladen ausweichen. Hier war es schon etwas leichter, aber ganz zufrieden war ich auch nicht. Aber was mache ich jetzt mit diesem Ergebnis? Unverpackt so gut wie irgendwie möglich einkaufen oder nicht weiter forcieren? Kommt plastikfreier Einkauf für die breite Masse überhaupt in Frage?

Um das beantworten zu können müssen wir unser Kaufverhalten analysieren. Was ist dir wichtig und bist du bereit für den Einkauf mehr zu investieren?

Wenn ich einkaufe, dann kommt es mir besonders auf vier Dinge an:

Frische Lebensmittel in Bioqualität

Gesundes Gemüse und Obst bekomme ich im Bio-, oder Demeterhofladen. Wenig gespritzt, unverpackt und regional. Da kann der Supermarkt einfach nicht mithalten. Die Qualität steht für mich an erster Stelle und dafür bin ich gerne bereit mehr zu bezahlen oder einen gewissen Aufwand zu betreiben. Pestizide und sonstige Spritzmittel der konventionellen Landwirtschaft finden über die Lebensmittel ihren Weg in unseren Körper und richten dort einen erheblichen Schaden an. Das möchte ich nicht für mich und schon gar nicht für meine Kinder.

Bezahlbar

Unverpackt einkaufen ist teurer. Genaue Zahlen hat HeuteistMusik veröffentlicht. Das muss man auf Dauer auch erstmal bezahlen können. Wir sind eine fünfköpfige Familie und müssen auch auf unsere Finanzen achten. Ich bin gerne bereit mehr Geld für gute Lebensmittel auszugeben, dass bedeutet für uns aber auch das wir auf anderes verzichten. Beispielsweise kaufen wir keine Limo oder bestimmte Markenprodukte oder wir backen unser Brot selbst und kaufen die Eier im Hofladen.

Zeitlicher Aufwand

Hier ist der Knackpunkt! Wenn ich mich umhöre, dann ist das größte Problem meistens ein zu großer zeitlicher Aufwand. Unsere To-Do Listen sind lang und die Zeit knapp, daher sind wir eben nicht bereit in drei verschiedene Läden zu fahren um alles auf der Einkaufsliste zu bekommen. Ich kann das gut verstehen! Da ich auf dem Dorf lebe muss ich fahren und die Läden liegen quasi alle auf dem Weg, daher ist es machbar, aber es dauert dennoch länger als im Supermarkt. Ich denke um wirklich etwas zu erreichen müssen die Supermärkte umdenken. Nur im Unverpacktladen einzukaufen ist einfach für viele zu aufwändig.

Müllvermeidung

Keine Frage, wenig Verpackungsmüll erreiche ich eben nur im Unverpacktladen. Im Supermarkt ist das aktuell noch sehr schwer umsetzbar.

Was bleibt!

Macht es denn überhaupt Sinn einen solchen Versuch zu starten, wenn es gar nicht möglich ist, wenn alles doch schon von vornherein zum Scheitern verurteilt ist? Plötzlich bedeutet einkaufen nicht einfach nur in den Supermarkt zu fahren und fertig, sondern es ist viel aufwendiger. Ich muss mich fragen woher ich meine Lebensmittel plastikfrei beziehe und das bezahlbar und ohne zu viel Stress! Dann kommen ja auch noch andere Überlegungen dazu. Von welchem Konzern kommen die Lebensmittel? Wie verändert sich die Ökobilanz wenn mein Obst einmal um die Welt geflogen wird? Ich bin da ganz bei MamaDenkt – hier muss politisch etwas passieren! Ich kaufe es, aber ich weiß gar nicht genau was ich da überhaupt esse. Ich weiß nichts über die Produktionsbedingungen, welche Pestizide eingesetzt und welche Ressourcen verbraucht wurden.

Das Bloggerprojekt #gutesaufdenteller endet hier, aber in mir fängt es gerade erst so richtig an. Ich möchte weiter machen auch wenn es mir schwierig gemacht wird und ich möchte plastikfrei auf andere Bereiche des alltäglichen Lebens ausweiten. Einiges haben wir schon umgesetzt, aber es gibt immer noch viel zu tun. Auf keinen Fall lasse ich mich jetzt entmutigen, auch wenn ich natürlich weiß das es für eine wirkliche Veränderung der aktuellen Situation einiges mehr braucht!

Herausforderung angenommen!

Ich habe mir überlegt wie die ersten Schritte aussehen müssen. Ich beginne damit einiges umzustellen und mich noch mehr mit der Thematik “Plastik” zu befassen. Geplant ist vorerst folgendes:

  • Ich koche saisonal und zwar bestelle ich dafür wieder die Biokiste. Eine Woche vorher weiß ich was drin ist und kann das Essen planen. So bekomme ich schon einige Lebensmittel unverpackt und in guter Qualität.
  • Was ich vor Ort nicht bekomme suche ich online! Ein fauler Kompromiss, ich weiß, aber mein Augenmerk liegt vorerst auf plastikfrei.
  • Schwierig wird es bei den vegetarischen Lebensmittel, aber ich mache mich auf die Suche und werde darüber berichten.
  • Auch das Thema Mikroplastik beschäftigt mich sehr. Was macht es mit uns? Wie kann ich dem entgehen? Oder ist das schon zu spät?
  • Ich werde auch im Bad mehr auf plastikfrei achten. Einiges wird wegminimalisiert und durch Alternativen ersetzt.
  • Do it yourself ist die Devise! Ich werde versuchen viel selbst zu machen und dadurch Verpackung einzusparen.

Alleine diese Veränderungen werden einiges an Zeit in Anspruch nehmen und sicherlich auch nicht von heute auf morgen passieren. #gutesaufdenteller hat mir geholfen meinen Fokus wieder mehr auf unsere Müllproduktion zu richten.

Wenn ihr wollt dürft ihr mich gerne auf meinem Weg zu weniger Müll begleiten! Ich werde alle zwei Wochen am Donnerstag über den Stand der Dinge berichten und euch hoffentlich die ein oder andere Lösung präsentieren können. Nächste Woche geht es los!

Wollt ihr auch euren Müllberg reduzieren? Vielleicht habt ihr ja auch schon angefangen und Lust davon auf meinen Blog zu berichten? Schreibt einfach an erdbeerpause@web.de. Ich würde mich sehr freuen!

Eure,

Lila♥

3 Kommentare

  1. Pingback: Gutes auf den Teller: Ein Resümee | MamaDenkt.de

  2. Vielen Dank, dass du trotz allen Krankseins dabei geblieben und gewesen bist! Ich hoffe, es geht echt inzwischen wieder sehr viel besser!! :*

  3. Pingback: Stofftaschentuch nähen - Erdbeerpause

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