Silvester – Muss das sein oder kann das weg?

Und schon wieder steht Silvester vor der Tür! Heute Abend ist es soweit, wenn alle komplett ausflippen und die ganze Stadt in einer Feinstaubwolke verschwindet, wenn die Luft stinkt und alles voller Müll liegt. Noch nach Wochen werden wir die aufgeweichte braune Pampe an den Bürgersteigen finden.

Silvester  – Eben nicht immer toll

Schon bevor ich Kinder hatte hat mich Silvester genervt. Es hat mich genervt, dass ich mich gezwungen fühlte unbedingt an diesem Tag feiern zu gehen. Das es gesellschaftlich nicht akzeptiert wird, wenn man einfach keine Lust hat. Also hat man sich auf die Silvesterparty begeben. Die war, wenn privat, vielleicht sogar noch ganz lustig, dass eigentliche Drama begann dann kurz vor 24:00 Uhr, wenn sich die halbe Stadt in der Stadt versammelt hat um das Silvesterfeuerwerk zu bestaunen. Also stand man da in der Eiseskälte, viel zu leicht bekleidet und wartete. Wartete darauf, dass man ungefähr 30 Sekunden ein Feuerwerk sieht und dann nur noch im stinkenden Rauch versucht sich ein neues Jahr zu wünschen, während um einen herum Böller durch die Gegend fliegen. Immer die Angst im Nacken es könnte einen treffen und dann ist bestenfalls die Jacke kaputt. Danach geht es in irgendeine komplett vollgestopfte Bar. Dort zwängt man sich dann durch und wartet 30 Minuten darauf, dass man sich endlich für 8,50 € ein Glas Sekt bestellen kann. Natürlich wird im Stehen getrunken, eingepfercht und durch ständige Schubserei – es ist ja schon seit 20:00 Uhr kein Sitzplatz mehr frei. Unterhalten kann man sich bei der lauten Musik auch nicht, also schreit man sich manchmal etwas zu, was der jeweils andere aber nicht versteht. Nach stundenlangem Stehen und Trinken geht es dann wieder heim. Die nächsten drei Tage fühlt man sich furchtbar und nimmt sich vor nie wieder Alkohol zu trinken. Das wiederholt sich dann jedes Silvester wieder.

Natürlich ist das alles etwas überspitzt dargestellt. Ich bin mir sicher, dass es auch diese perfekten Silvesterpartys gibt und auch ich hatte schon ganz schöne Silvester verbracht, aber erwarten kann man es nunmal nicht.

Silvester mit Kindern

Dann kam die Erlösung! Kinder! Mit einem Baby geht das alles nicht mehr. Ich kann also leider nicht mehr mit. Ich muss zu Hause bleiben! Jetzt ist Silvester so wie jeder andere Tag auch, nur das es draussen laut ist und am nächsten Morgen überall Dreck liegt. Naja, okay ein bisschen was besonderes machen wir schon. Die Kinder dürfen länger aufbleiben, wir essen was leckeres und schauen einen Film an.  Dieses Jahr werde ich auch mal wieder bis 24:00 Uhr wach bleiben, damit der Liebste das Jahr nicht ganz so einsam beginnen muss. Dieses Silvester haben wir das erste Mal Besuch. Es gibt Raclette, wir unterhalten uns und die Kinder spielen miteinander. Ich denke auch so kann dieser Tag ein besonderer sein und wir viel Spaß haben.

Die Überflussgesellschaft zeigt sich

Ich weiß, dass jeder mit seinem Geld machen kann was er will! Ja und manchmal schmeißen wir eben unser Geld für irgendwelchen unnötigen Kram raus. Es geht mir ja selbst auch oft so. Aber Silvesterböller? Ernsthaft? Ich bin einfach nur erstaunt was es da alles gibt und wie teuer der ganze Mist auch noch ist. Ich kann einfach wirklich kein Verständnis dafür aufbringen, wenn man Unmengen an Geld dafür ausgibt um Müll, der laut knallt, auf die Straße zu werfen.  Ich kann auch nicht ganz verstehen was daran toll ist. Es macht Krach, es stinkt, es macht Dreck und dauert nur wenige Sekunden und das für einen hohen finanziellen Einsatz. Ich verstehe, dass wir uns was besonderes am Jahresende wünschen und es kann ja auch ganz romantisch sein den bunten Lichtern am Himmel zuzusehen. Und irgendwie da gehört es auch dazu. Daher finde ich es okay, wenn die Städte ein überwachtes Feuerwerk machen. Ich verstehe nur nicht warum jeder Privathaushalt bereits drei Tage vorher schon damit beginnen muss Zeug in die Luft zu sprengen. Mal abgesehen davon unter welch unwürdigen Bedingungen die Sprengkörper hergestellt werden und wie gefährlich es auch ist.

Für mich zeigt sich an keinem Tag so sehr die Überflussgesellschaft wie an Silvester. Wir haben so viel Geld, dass wir es einfach anzünden. Wir jagen es in die Luft, während im gleichen Moment so viele Menschen auf dieser Welt in größter Armut leben. Da läuft doch gewaltig etwas schief!

Ich bin daher für #spendenstattböller! Tun wir doch lieber etwas Gutes und Spenden das Geld was wir ansonsten für Feuerwerkskörper ausgeben an eine Organisation die denen hilft, denen es nicht so gut geht wie uns.

Eure,

Lila♥

1 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele 😀 ich verstehe den Trubel um Silvester und den Partys auch nicht. Da wir dieses Juni 2017 Nachwuchs bekommen haben, haben wir auch nur schön gegessen und sind dann nach Hause ins Bett gegangen und haben gepflegt 0 Uhr verschlafen..naja zumindest mein Mann. Die Kleine wollte dann doch wohl mit mir „anstoßen “ und gestillt werden 😉 ein sehr schöner abend

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